Dienstag, 9. August 2016

Kölner Paragliding Westerwald Stammtisch

Hallo zusammen, 

es ist endlich mal wieder Zeit für einen Stammtisch.
Wir treffen uns am 23.08.2016 um 19:30 in der "Wacht am Rhein" in Leverkusen (Rheinallee 3 Leverkusen - www.diewachtamrhein.de/).

Bitte gebt mir bis 19.08. Bescheid, ob Ihr dabei seid.

Viele Grüße
Susi

Donnerstag, 21. Juli 2016

„Das Bonbon vor der Prüfung“



geschrieben von Oliver Weichert

Es ist Dienstag. Am Tag zuvor habe ich den Termin für meine A-Schein-Prüfung vereinbart, Theorie und Praxis an einem Tag – ich bin doch schon etwas nervös, denke aber dass ich ordentlich gelernt habe. Die Wetterfrösche haben für heute, Dienstag, hohe Temperaturen, starke Termik, leichten Südwind und eine hohe Bodeninversion bis um die Mittagszeit vorhergesagt. Also beschließe ich diesen Tag noch für ein paar letzte Flüge vor der Prüfung zu nutzen, zumindest so lange es die Bedingungen für Schüler zulassen.

Bereits um 10 Uhr im Gelände auf dem Flugplatz Montabaur legen wir los. „Denke gar nicht erst
daran, für den Prüfungsflug zu üben, sonst geht es morgen eh schief“ meint Peter direkt. Ich solle einfach ein bisschen fliegen und Spaß haben – gar nicht an die Prüfung denken. Gesagt, getan – also einfach so ein paar Platzrunden. Vielleicht kann ich bei der einsetzenden Thermik ja probieren, nicht nach fünf Minuten wieder unten zu stehen. Erster Flug rechtsrum – meistens trägt es über der Waldkante ein wenig – leider zu wenig um oben zu bleiben. Zweiter Flug linksrum, da kreist gerade ein Greifvogel. Ich schaffe es, ein paar Kreise über der Wiese zu bleiben, da ist die Blase auch schon wieder weg. Dritter Flug - ein Bart mitten auf der Schleppstrecke! Über Funk meint Peter ich solle mich nicht durchschleppen lassen, sondern die Chance nutzen – also Beinzeichen geben, ausklinken, zurück und dann – geht es doch wieder nur runter.

Inzwischen war es zwölf Uhr und ich habe meine Kappe für den vierten Flug ausgelegt als auf einmal Axel und Karl-Heinz den Einstieg finden. „Es tut mir wirklich leid, aber für dich ist wohl jetzt erst einmal Pause“ meinte Peter – zu thermisch für Schüler. Ich packe zusammen und sehe Peter bei zwei Tandemflügen und den zwei „Mittagsfliegern“ beim Kreisen zu.

Gegen 14 Uhr hat sich die Thermik wieder etwas gelegt, es scheint wieder ruhiger zu sein, alle Freiflieger kommen recht schnell wieder auf den Boden zurück. Ich darf es doch noch einmal versuchen und lege meinen Schirm erneut aus. „Staaaaart“ – und mitten in der Schleppstrecke geht es auf einmal hoch. Ich lasse mich trotzdem bis zum Ende schleppen und freue mich über eine wunderbare Ausklinkhöhe – das wird mir ein kleines bisschen mehr Zeit geben bis ich wieder auf dem Boden stehe. Ich entscheide ich mich dafür, wieder rechts herum die Waldkante abzufliegen, es sinkt langsam aber konstant.

Dann aber erwische ich an der Stelle an der ich die Positionskreise fliegen möchte wohl den „Hausbart“. Es rumpelt ein wenig mehr – hui, ein bisschen mehr als in den Schulungsflügen – und auf einmal geht es hoch. Also gut, was hat Peter gesagt? Ein wenig geradeaus und wenn es am besten hoch geht eindrehen. Also links rum und es scheint zu passen – mal sehen wie lange Peter mich lässt bevor das Kommando kommt „sooo, wir machen jetzt mal ein kleines Manöver – flieg da mal weg und leg die Ohren an“. Stattdessen höre ich auf einmal „Super – hör einfach mal auf deinen Bauch und mach weiter so“. Na dann – mein Bauchgefühl liegt scheinbar richtig und ich komme immer weiter nach oben. „Die Wolke über Dir, da geht es hoch“. Wow, was für eine Aussicht, ich habe mit Sicherheit mehr als die doppelte Höhe aufgedreht – ich kann weiter als jemals zuvor sehen und sehe Stellen, die bei den anderen Flügen noch durch die Landschaft verdeckt wurden.

Auf einmal kommt dann doch über Funk: „so, ich glaube das reicht jetzt mal, du musst den Bart ja nicht komplett auskurbeln“. Doch an Stelle des Kommandos für ein Schnellabstiegsmanöver mit dem ich eigentlich gerechtet hatte kam jetzt etwas ganz Anderes. „Du bist so schön hoch, geh doch mal ein bisschen auf die Reise – flieg mal Richtung Montabaur, zu der kleinen Wolke links davon“. Dann würde ich auch direkt einmal sehen wie weit die Wolken so auseinanderliegen und könne dort vielleicht wieder aufdrehen. Ich mache mich also auf den Weg in Richtung Nord-West. Ich sehe das Schwimmbad unter mir und habe kurz darauf die Wolke erreicht. Knapp anderthalb Kilometer bin ich wohl geflogen wie ich später auf der Karte nachmesse, an der Wolke kann ich noch ein wenig Höhe gewinnen.

„Dann flieg jetzt mal weiter Richtung Schloss, dann hast du ja schon dein erstes kleines Dreieck geflogen“ höre ich Peter sagen. Ich mache mich also auf den Weg. „Denk aber daran dass du Gegenwind hast, wenn du von dort wieder zurück musst, also nicht ganz so weit weg“. Also halte ich mich eher etwas nach rechts um schneller wieder zum Landeplatz zurückkehren zu können. Jetzt fliege ich über die Häuser von Montabaur. Die Straßen, das Schloss von schräg oben – ein wahnsinnig toller Anblick. Ein wenig mulmig wird mir hier aber schon – auf einmal ist keine Wiese oder ein Feld mehr unter mir, nur Beton und Asphalt – schon ein sonderbares Gefühl. Fast bis über den großen Schirm in der Fußgängerzone fliege ich noch, dann drehe ich ein für den Rückweg. Die Höhe reicht gut bis zurück zum Flugplatz, ich kann noch einige Kreise drehen bevor ich zur Landung ansetze.

Wahnsinn – was für ein Erlebnis, und das vor dem Prüfungsflug. Überwältigt von den Eindrücken und glücklich, packe ich meine Sachen An diesen Tag werde ich noch lange denken. Auch die Prüfung an dem darauf folgenden Mittwoch war erfolgreich, so dass ich mich jetzt auch bei den „Mittagsfliegern“ einreihen darf.

Mir bleibt eigentlich nur eines zu sagen: Danke Peter, für dieses tolle und einmalige Erlebnis. Für alle die tollen Eindrücke und Erinnerungen während der Schulung und danke für deine super Ausbildung!

Euer Oliver  

Donnerstag, 14. Juli 2016

Vom Fußgänger zum Piloten - unsere Flugausbildung bei Paragliding Westerwald



Ein Rückblick auf unsere Ausbildung 2015/2016

geschrieben von Ines Gläser
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Kappe bogenförmig.... ???
Ständig ist dieser silberne Bus zu sehen, auf dem etwas von "Paragliding" steht. Auch im Sommerurlaub in Österreich ist immer wieder ein buntes Tuch am Himmel zu sehen. Schon länger geistert die Idee im Kopf herum, jetzt werden mal Nägel mit Köpfen gemacht, ein Grundkurs steht im September an, der Termin passt, also nichts wie hin.

Ab ins Gurtzeug, da liegt der Gleitschirm, oh je was mach ich bloß mit all den Leinen, und wie hieß das noch mal, Eintrittskante, oder so? Plötzlich ist es so weit, der Schirm steht tatsächlich über mir und ich darf den Hang hinab laufen. Ich darf dann den Hang auch wieder hinauf gehen. Und wieder runter und wieder rauf. Mal mehr, mal weniger unter dem Schirm. Links gehen rechts Steuern, oder umgekehrt? Und - welches links meint er? Am späten Nachmittag sind sowohl die Begeisterung als auch die Erschöpfung groß. Ich habe mehrere Kilometer zurückgelegt und bin bestimmt auch mindestens 2 m weit geflogen! Den Geruch von frischen Kuhfladen noch in der Nase und die Spuren hiervon am Pulli (ließ sich leider nicht vermeiden) war klar, den Grundkurs Teil zwei in der nächsten Woche werde ich mir nicht entgehen lassen. 
A-Gurte hochdrücken!
H i l f e e e e ....

Diesmal war die Wiese sogar etwas steiler und größer und es gab keine Kuhfladen! O.k., wenn man bäuchlings durch den frischen Morgentau schlittert, wird man klatschnass, aber das trocknet ja wieder..
Wir lernen und laufen und fliegen auch tatsächlich. Es ist ein unglaubliches Gefühl für ein paar Meter und ein paar Sekunden abzuheben und durch die Luft zu schweben. Ich glaube, an der Stelle hat der Virus zugeschlagen. (Peter sagte noch ganz am Anfang, Vorsicht, das macht süchtig! Hätten wir bloß mal auf ihn gehört!!)

Im Theorieunterricht für den Windenschlepp gibt es richtig viele neue und interessante Sachen zu lernen. Ein kleiner Zweifel besteht als ich höre, dass es an der Winde dann direkt beim ersten Mal schon auf rund 100 m hoch geht. Die Zweifel werden auch von einem ordentlichen Magengrummeln beim zuschauen begleitet. Aber die Neugier ist doch größer und schließlich hänge ich am Seil. Laut Peter herrschen traumhafte Schulungsbedingungen, o.k., wenn er das sagt... Er sagt auch, Pilot und Gerät seien Startklar, na dann..
Es geht nach oben, höher und höher. Peter ist ja per Funk bei mir. An dem Griff muss ich aber selbst ziehen, um das Seil zu lösen, das mich mit der Winde verbindet. War ja gar nicht so schwer. Wenn ich an der Steuerleine ziehe, kann ich tatsächlich eine Kurve fliegen, wow! Zwei Kurven weiter stehe ich sicher wieder am Boden und bin sprachlos, aufgedreht, voller Adrenalin, aber glücklich. Unbeschreiblich eben..
Dieses Gefühl kommt übrigens jedes Mal wieder wenn ein Rookey seinen Erstflug macht und wieder am Boden steht.

So geht das also! Das macht Spaß, das möchte ich öfter machen! Mache ich auch. Jeder Flug ist spannend, keiner wie der andere. Der Wind, die Landeeinteilung, Schäfchen von ganz oben sehen oder der Falke, der vorbei schwebt, so etwas erlebt man am Boden nicht! 
Der Grundausbildung folgt die Höhenflugausbildung, jetzt geht es schon mehrere 100 m in die Luft, das bedeutet, mehr Zeit um Kreise zu fliegen, Ohren anzulegen oder einfach mal die Gegend anzuschauen. Spazieren fliegen macht Spaß! Nicht immer klappt alles. Ein kleiner Fußmarsch, weil mein Plan von der Landung nicht aufgeht ist schon mal drin, nach dem Motto, zuerst trägt er (der Schirm) dich, dann trägst du ihn! 
Auch die Theorie Ausbildung ist alles andere als langweilig. Schon lange ist klar, das nächste Ziel ist die A-Lizenz. Für die theoretische Prüfung gab es einiges zu pauken, aber interessant ist es und man kann es beim nächsten Flug irgendwie anwenden.
Gleich bin ich da :)
Endlich ist der Winter vorbei und die Wiesen sind abgetrocknet, es geht wieder in die Luft. Immer mehr Flüge kommen zusammen. Ich bin "zum Mond" geflogen, einige "Sundowner" waren dabei und der Flug mit geschlossenen Augen: ganz ruhige Verhältnisse, ich lehne mich zurück, laß die Steuerleinen los und - genieße, das war schon ziemlich genial!!
mein erster "Sundowner"
Die praktische Prüfung schließlich an einem Freitag, den 13., wie originell. Aber das sollte wohl alles so sein. Starten, eine acht fliegen und wieder landen. Das hört sich ziemlich unspektakulär an, ist aber in einer solchen Prüfungssituation gerade genug. Aber auch machbar und das Gefühl, es geschafft zu haben, ist das größte. Diesen Tag werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen.

Prüfung geschafft !! Wir sind glücklich :))
Tja und jetzt? Fängt das lernen erst an! Als "Mittagsflieger" darf ich auch bei Thermik starten. Juhuuu, ich bin zum ersten Mal richtig lange in der Luft und drehe Kreis um Kreis und gewinne an Höhe. Irgendwann werde ich auch mal 1 Stunde in der Luft sein, bestimmt!!!
Landung in der Kuhweide oder im Maisfeld bringen mich dann auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
Aber: im Zweifel ist der Funk da und es ist sehr beruhigend zu wissen, daß jemand guckt.
Schau bitte noch lange zu, Peter!
Das bin ich und mein "Neuer"... lach
In diesem Sinne: Danke für die vielen wunderbaren Momente und die völlig neuen Eindrücke! Danke auch an (den lieben) Ralph, der im Grundkurs den Hügel unermüdlich mit uns auf und ab gelaufen ist, Toni und Marianne, Ralf und Stefan und allen anderen, die uns in die Luft gebracht haben!
... Und demnächst sehen wir uns in Rodeneck/Südtirol und probieren das alles mal an einem etwas größeren "Hügel"!!!
Auf viele schöne Stunden in der Luft und mit euch allen!!!

     Ines & Axel

Montag, 11. Juli 2016

Endlich mal wieder oben bleiben....



Für den 07.07.16 war in                      der Flugwettervorhersage vom DWD endlich mal wieder die Rede von 'guter bis starker Thermik' bei gleichzeitig verhältnismäßig schwachem Wind, sowohl Grund- als auch Höhenwind. Also der genau richtige Tag um, nach der gefühlsmäßig endlosen Zeit ohne vernünftigen Flugwetter, endlich mal länger als 5 min zu fliegen. (Wenn auch die Vorhersagen in den letzten Wochen sich allzu oft als falsch erwiesen hatten)

Rechtzeitig losfahren, damit man spätestens um 12:00 Uhr im Gelände ist. Dort angekommen, flugs die Winde aufgebaut, und dann ab zum Start......es kann losgehen.
Doch die ersten vier Starter saufen recht schnell ab, keine Thermik, also noch warten ????
Egal los, die Sucht ist zu groß und gewinnt :-)
¬

Start und Schlepp ok, nach dem Ausklinken sofort nach links Richtung Hausbart und tatsächlich über dem Wald kurz vor Holler, die ersten zarten Piepser des Varios. Jetzt schön ruhig bleiben, langsam und flach drehen, Hoffnung keimt auf, das Steigen bleibt. Langsam kann ich bis auf ca 800 m aufdrehen. Was mich aber überrascht, ist der doch recht starke Wind hier oben, aus West bis Nordwest und mit deutlich über 15 km/h.

Und plötzlich ist er da, der Gedanke : Dreieck.
Also los, Richtung Schloss Montabaur, doch  dann, nur noch Sinken, 3 bis 4 m/s. Vor Montabaur nur noch 580 m hoch, das reicht nicht, also retour zum Hausbart, neu Höhe tanken. Den zweiten Versuch starte ich mit ca 900 m Höhe und diesmal  habe ich mehr Glück, fast auf dem ganzem Weg zum Schloß nur leichtes Sinken und z.T. sogar Steigen.
So nehm ich die erste Wende mit ca 950 m Höhe.  Jetzt Richtung Südost, durchs Gelbachtal. Auch hier, wenig sinken. Auf dem ganzen zweiten Schenkel nur zwei mal gedreht. Am zweiten Wendepunkt, Heilberscheid, kann ich auf knapp 1300 m aufdrehen. Müsste eigentlich reichen für den dritten Schenkel, doch weit gefehlt. Sofort nach dem Richtungswechsel, nun liegt West an, merke ich, dass der Wind weiter auf West gedreht hat und auch nochmals zugelegt hat, wir sind jetzt bei guten 25 km/h eher noch mehr. Folge, fast kein Vorankommen mehr, nur noch Sinken.

Erste Idee, rein in den Beschleuniger, aber hilft nur teilweise, komme zwar besser voran jetzt, aber das Sinken wird extrem stärker. Zweite Idee, zurück ins Gelbachtal, da geht es eigentlich immer gut, und dann über Holler zum dritten Wendepunkt, den östlichen Ortsrand von Oberelbert.
Und tatsächlich am Hang hinter Reckenthal geht es rauf, doch leider nichts von Dauer, bringt nur ca 100 m, dann eben weiter Richtung Holler.  Am nächsten Waldrand, wieder piepsen, doch auch hier nichts Großes, Höhengewinn nur ca 50 m. Aber das Positive ist, unser Hausbart ist nun zum Greifen nah, ich erreiche das Waldstück hinter Holler mit knapp 500 m Höhe, müsste eigentlich reichen. Doch leider läuft hier der Thermikmotor im Moment  auf Leerlauf, kein Steigen, lediglich einen zarten Nullschieber kann ich finden.
Nach 5 min Suchen und Warten gebe ich auf und fliege Richtung Landeplatz. Nach 1:14 h habe ich wieder festen Boden unter den Füßen.


Die Auswertung ergibt ein flaches Dreieck mit 12,9 km und leider ist das Dreieck für den Montabaur – Cup nicht erfüllt, der dritte Schenkel war zu kurz.
Ärgerlich ? Nein, absolut nicht, ich freue mich riesig über die Airtime und den superschönen Flug. Auch wenn das Dreieck heute nicht geklappt hat, am nächsten guten Tag wird der nächste Angriff gestartet. werden.



Euer Toni




PS: Hier der Link zur IGC-Datei.